La fontaine des laides.

An der Straße nach Beaune, unten, wo der Wald in die Wiesen übergeht, verweist ein Schild auf die 'Fontaine des laides'. Dort an der Quelle hatte sich einmal eine einsame Frau ausgeruht, das Bündel mit dem Reisig, aus dem sie Besen binden wollte, beseite gelegt, und war eingeschlafen. Sie hatte keine Verwandschaft, für die sie sorgen konnte, lebte allein im Dorf, empfindlich gegenüber dem gleichmütigen Spott ihrer Nachbarn, tat ihre Arbeit, und war mit den Jahren unansehnlich und nachgiebig geworden. Sie besuchte niemanden und wurde nicht gern gesehen. Wie sie nun, an einem heißen Sommertag, auf ihrem Reisigbündel schlief, fand sie ein Köhler, der sich ebenfalls an der Quelle erfrischen wollte, sah sie da schlummern ohne ihr abweisendes Gesicht, und wartete und betrachtete sie, bis sie aufwachte. Als sie den fremden Mann über sich erblickte, der zudem verstruppt und des Umgangs mit anderen Menschen entwöhnt war, entwand sie sich eilig seinen Blicken und sprang auf, aber er fragte sie, ganz gegen seine eigene Scheu, nach dem Woher und Wohin und redete mit ihr, denn er hatte in ihrem verborgenen Gesicht die Anmut erkannt, und geleitete sie endlich ungesehen bis zum Rand ihres Dorfes, und trug auch ihr Bündel. Dort verabschiedeten sie sich auf den anderen Tag. Als die Dörfler die verhärmte Frau zum ersten Mal lächeln sahen und wie sie von innen heraus schön war, fragte sie einer, wie ihr diese wundersame Verwandlung geschehen sei; oben an der Quelle, antwortete sie, aber verriet den Köhler nicht. Da gingen andere hinauf, um in der Quelle zu baden und schön zu werden; doch obwohl das Wasser niemandem die Häßlichkeit abwusch, versammelten sich immer mehr Menschen um den Jungbrunnen, bis endlich ein Becken gemauert wurde, das im heutigen Sommer jedoch ausgetrocknet ist.

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