Peter Schultze-Kraft (Hrsg.)
Die Berge hinter den Bergen
Geschichten aus Lateinamerika
Zeichnungen von Dieter Masuhr
Beltz & Gelberg, 1983
(vergriffen)
Titel des Buches
Augusto Monterroso (Guatemala)
Der Glaube und die Berge
Am Anfang versetzte der Glaube nur dann Berge, wenn es unbedingt nötig war, so daß die Landschaft jahrtausendelang unverändert blieb.Bebilderung
Als sich der Glaube aber auszubreiten begann und die Menschen Gefallen an dem Gedanken fanden, Berge zu versetzen, machten diese nichts anderes mehr, als hin und her zu rücken, und jedesmal wurde es schwieriger, sie an dem Ort wiederzufinden, an dem man sie in der Nacht davor gelassen hatte - ein Umstand, der natürlich mehr Problene schuf als löste.
Die guten Menschen zogen es deshab vor, den Glauben aufzugeben und jetzt bleiben die Berge normalerweise auf ihrem Patz stehen.
Wenn es auf der Straße zu einem Erdrutsch kommt, dem ein paar Reisende zum Opfer fallen so liegt das daran, daß irgend jemand, nah oder fern, noch einen Rest Glauben hatte.

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