Leben ausführlich

Dieter Masuhr, geboren 1938. Studium der Malerei bei Hann Trier und der Architektur an der TU Berlin, 1965 Dipl.Ing. Anschließend arbeitet er bei dem Bildhauer David Slivka in New York. - Er reist nach Ostafrika, lernt Kisuaheli, verwaltet eine Kaffeeplantage am Kilimandjaro, porträtiert die Arbeiter und lässt sie ihre Porträts selbst signieren; bis heute bittet er Portätierte, ihr Bild an seiner Stelle zu signieren. Er reist nach Indonesien und lernt Indonesisch. An einer chinesischen Kunstschule in Singapur begegnet er der ostasiatischen Kalligrafie, die seine Arbeit entscheidend beeinflussen wird. - Weitere Reisen nach Asien, Lateinamerika, Neuguinea.

1973 illustriert er in Zusammenarbeit mit Nicolas Born dessen Gedichtband "Das Auge des Entdeckers"; in der Folge bebildert er viele weitere Bücher. Stets legt er Wert darauf, auch Typografie und die Ausstattung zu bestimmen. 1976 wird er in den Vorstand des Berufsverbands bildender Künstler Berlins gewählt. 1978 reist er in das aufständische Nikaragua. Er will mit Plakaten den Aufstand unterstützen, doch kann er die für Holzschnitte notwendigen Materialien nicht auftreiben. Er entwickelt daraufhin die Filmschabetechnik, dem Holzschnitt vergleichbar, eine außergewöhnlich einfache, kostengünstige und trotzdem immer noch wenig bekannte grafische Technik, bei der belichteter Planfilm nass geschabt wird. Sie ermöglicht weiche, gleitende Schnitte.

1979 nimmt er als Maler am nikaraguanischen Krieg gegen die Diktatur des Somoza teil. Aus seiner Arbeit entsteht das Buch "Die Augen der Guerrilleros", Frankfurt am Main 1979, mit den Porträts der kämpfenden Guerrilleros. Es erscheint in Deutschland, Nikaragua und Japan. - 1982 unterrichtet er zwei Jahre lang im Auftrag des Auswärtigen Amtes an der Kunsthochschule von Managua und leitet zugleich die Abteilung für Buchgestaltung des Verlags Nueva Nicaragua. Der nikaraguanische Dichter José Coronel Urtecho schreibt einen gründlichen Essay: "Von Dieter Masuhr gemalt oder Selbstbildnis mit Maler".

1984 beginnt er die lange Reihe seiner Bilder über die Liebe. - 1987 arbeitet er auf Einladung des Lettischen Künstlerverbands in Riga. - Während der serbischen Belagerung der bosnischen Provinz Bihac 1994 fährt er zweimal Hilfstransporte nach Bihac, um Porträts der Belagerten zu zeichnen. Seine Erlebnisse beschreibt er in dem Buch "Eine Reise nach Bihac", Zürich 1994. In der Tradition des "Salons" lädt er seit sechs Jahren jeden ersten Freitag im Monat Gäste zum "Ofen im Garten" ein, um mit ihnen philosophische, künstlerische oder politische Themen zu diskutieren.
Seit 1998 unabhängiger Stadtverordneter in Falkensee. Veröffentlicht regelmäßig Kolumnen zur Politik der Stadt.

 
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